Studie "Corporate Reporting Monitor"

Der „Corporate Reporting Monitor“ ist die erste wiederkehrende internationale Studie rund um die Unternehmensberichterstattung. Sie wurde 2019 erstmals auf Initiative und in Zusammenarbeit mit dem Center for Corporate Reporting (Zürich, Schweiz) durchgeführt. Die Studie ist als Kompass für strategische Entwicklungen, Trends und als Benchmark konzipiert. Basierend auf einer Befragung von Projektverantwortlichen öffnet die Studie die „Black Box“ Corporate Reporting und analysiert Strategien, Ressourcenzuweisungen, Entscheidungsprozesse und organisatorischen Rahmenbedingungen des Reportings.

Einige Erkenntnisse der Studie werden im Folgenden zusammengefasst.

2019 // Corporate Reporting Monitor

Methode und Sample

Der Corporate Reporting Monitor 2019 basiert auf einer Umfrage unter Unternehmen der Indizes Swiss Market Index, Deutscher Aktienindex, Mid-Cap-DAX, Small-Cap-DAX und Austrian Traded Index (SMI, DAX, MDAX, SDAX, ATX) (30% Rücklaufquote). Die Studie ist nach dem strategischen Managementzyklus gegliedert: Sie umfasst Fragen der Planung, Organisation, Führung, Ressourcenallokation und Evaluation. Dabei wendet der Corporate Reporting Monitor bewusst eine strategische Perspektive auf den Geschäftsbericht an – ein Instrument, das nach wie vor überwiegend als regulatorische Notwendigkeit und nicht als Chance für die strategische Kommunikation angesehen wird.

Planung

Abb. 1 Ziele des Reportings. Frage: Wie bedeutend sind aus Ihrer Sicht die folgenden Ziele für Ihr Geschäftsbericht? (N = 48).

In Hinblick auf die Planung des Reportings erhob die Studie die primären Berichtsziele börsennotierter Unternehmen (siehe Abb. 1). Die Ergebnisse zeigen, dass die Erfüllung regulatorischer Anforderungen von Berichtsverantwortlichen als das wichtigste Ziel angesehen wird. Am Ende der Prioritätenliste finden sich klassische Public Relations-Ziele wie die Pflege des Unternehmensimages, die Positionierung des Unternehmens und die Steigerung des Bekanntheitsgrades. Weiterhin wurden die Befragten um eine Einschätzung der Zielrelevanz in drei Jahren gebeten. Es stellte sich heraus, dass die Steigerung des Vertrauens in die Nachhaltigkeit als das Thema angesehen wird, das am meisten an Bedeutung gewinnen wird. Zudem wird erwartet, dass die regulatorischen Anforderungen in Zukunft noch stärker an Bedeutung gewinnen werden – einige davon mit Fokus auf die Nachhaltigkeitsberichterstattung.

Organisation

Abb.2 Geschäftsbericht als Bestandteil der Strategie. Frage: Inwiefern ist der Geschäftsbericht Bestandteil der strategischen Kommunikationsplanung Ihres Unternehmens? (N = 44).

Der Corporate Reporting Monitor befasste sich im Rahmen der Organisation neben den Formaten auch mit den Synergien zwischen dem Berichtsprozess und der Unternehmenskommunikation und die Rolle des Geschäftsberichts als strategisches Kommunikationsinstrument. Die Ergebnisse zeigen, nur 34% der Unternehmen haben den Geschäftsbericht formell in ihre Kommunikationsstrategie integriert, bei immerhin 36% der Unternehmen orientiert sich der Geschäftsbericht größtenteils an der Kommunikationsstrategie.

Führung

Abb.3 Gesamtverantwortung und Beiträge der Funktionen. Frage: Bei welcher Abteilung liegt die Gesamtverantwortung / Projektleitung für die Erstellung des Geschäftsberichts? (N = 55). Frage: In Prozenten ausgedrückt, wie viel tragen die im Folgenden genannten Abteilungen zu den Inhalten des Geschäftsberichts bei? Dies umfasst bspw. Texte, Zahlen und Abbildungen (N = 46). Abkürzungen: Corporate Communications (CC), Investor Relations (IR).

Im Hinblick auf die Management-Phase der Führung analysierte die Studie die Rolle von Vorstand und Aufsichtsrat im Berichtsprozess. Sie erhob auch, welche Unternehmensfunktionen die Projektverantwortung für den Geschäftsbericht übernehmen und welche einen Beitrag zum Report leisten.

Wie Abbildung 3 zeigt, sind die Unternehmenskommunikation oder Investor Relations tendenziell federführend im Gesamtprojekt (je 39%). Allerdings trägt die Finanzabteilung mit 26% tatsächlich den größten Anteil am Inhalt bei.

Ressourcenallokation

Abb. 4. Künftiger Einsatz externer Dienstleister. Frage: Inwiefern wird sich aus Ihrer Sicht die Einbindung von externen Dienstleistern in den kommenden drei Jahren verändern? (N = 43).

Der Corporate Reporting Monitor untersuchte verschiedene Aspekte der Ressourcenallokation im Berichtsprozess, wie beispielsweise Budgets, Teamgrößen oder Personalressourcen, die unternehmensweit eingesetzt werden. Hinsichtlich der Zusammenarbeit mit externen Dienstleistern zeigte die Studie, dass Unternehmen bei Übersetzungen, Design, Online-Umsetzung, Druck und Lektorat häufig auf Agenturen zurückgreifen (siehe Abb. 4). Auf die Frage nach der Einbindung von Dienstleistern in drei Jahren wird jedoch von etwa einem Drittel der Befragten ein Rückgang erwartet.

Evaluation

Abb. 5. Formen der Evaluation des Geschäftsberichts. Frage: Wie wird in Ihrem Unternehmen der Geschäftsbericht evaluiert? (N = 44).

Schließlich untersuchte der Corporate Reporting Monitor die Evaluation des Geschäftsberichts. Da die meisten Unternehmen den Geschäftsbericht nicht in ihre Kommunikationsstrategie integriert haben, ist es nicht verwunderlich, dass der Bericht oder der Berichtsprozess nur selten formell evaluiert wird. Die Studie ergab, dass informelles Feedback die am häufigsten verwendete Erfolgskennzahl ist – von Zielgruppen, Kollegen oder Unternehmensführung (siehe Abb. 5).

Mitglieder des Center for Corporate Reporting (CCR) erhalten zusätzlich zu den Studienergebnissen praxisnahe Handlungsempfehlungen und Zugang zu individuell abgestimmten Workshops mit Experten. Ein Executive Summary für Verwaltungsräte und C-Level-Entscheidungsträger ist auf Anfrage erhältlich.