Studie: Online-Report-Perspektiven

Der Geschäftsbericht gilt als zentrales Instrument der Kapitalmarktkommunikation und informiert die unterschiedlichen Stakeholder über den Geschäftsverlauf des Unternehmens. Damit muss der Geschäftsbericht in Form und Inhalt vielfältigen Ansprüchen gerecht werden. Mit Blick auf die Geschäftsberichte der letzten Jahre lassen sich dabei aktuelle Trends bei der Gestaltung ableiten. 

Die Studie wurde durch das Center for Research in Financial Communication in Zusammenarbeit mit Neidhart + Schön, Zürich, und dem Center for Corporate Reporting in Zürich (CCR) durchgeführt und untersucht die Entwicklungen des Online-Reportings in Deutschland und der Schweiz. Dabei wurde insbesondere in den Blick genommen, wie sich die Inhalte, Formate sowie digitale Instrumente entwickelt haben. Aus den Ergebnissen können wertvolle Erkenntnisse für die künftige Gestaltung des Geschäftsberichts abgeleitet werden.

Die Kernaussagen der Studie werden im Folgenden zusammengefasst.

2019 // Online-Report-Perspektiven

Methode und Sample

Ausgewertet wurden die Berichte der jeweils 50 größten börsennotierten Schweizer und deutschen Unternehmen nach Marktkapitalisierung. Im Detail sind dies in den CH-Indizes SMI und SMIM 47 und in den DE-Indizes DAX und MDAX 50 Geschäftsberichte. Analysiert wurden die Geschäftsberichte von 2018, die mit Zahlen der Vorjahre ab 2014 verglichen wurden.

Gegenstand der Analyse waren neben den Formaten, der Gestaltung und den Inhalten auch der Einsatz digitaler Features und das Design. Best-Practice-Beispiele. Angereichert werden die Ergebnisse mit interessanten Zahlen und Fakten aus weiteren Studien.

Formate des Geschäftsberichts

Abb. 1 Wie entwickeln sich die Geschäftsberichtsformate im Jahresvergleich in der Schweiz und in Deutschland?

Das PDF ist und bleibt klar das führende Format. Print ist weiter auf dem Rückzug – wenn auch langsam. Die Zahl der Online-Berichte bleibt unverändert. Gleichzeitig wird online aber mehr experimentiert und die Formatvielfalt nimmt zu.
 

Aufbereitung und Gewichtung von Inhalten

Abb 2. Welches sind die Top-5-Themen auf der Startseite von Online-Berichten? Anmerkung: Gezählt wurden diejenigen Themen, die auf der Startseite von Online-Geschäftsberichten thematisiert wurden. Als Basis der Prozente dient die Anzahl der Online-Geschäftsberichte 

Die Unternehmen zeigen auf der Einstiegsseite prominent die Inhalte CEO-/ VRP-Statement, Lagebericht und Kennzahlen. Bei etwa der Hälfte der  Berichte kommt dabei ein Video zum Einsatz. Ohnehin ist die Einstiegsseite visuell abwechslungsreich.
 

Einsatz von digitalen Features

Abb. 3 Welche digitalen Features werden im Online-Geschäftsbericht genutzt?

Online-Berichte werden zwar nicht zahlreicher, aber etwas besser: HTML- Funktionalitäten, wie interaktive Grafiken, Suchfunktion, Feedback-Optionen etc., werden vor allem in Schweizer Berichten häufiger eingesetzt. 

Design des Geschäftsberichts

Abb 4. In welchem Design wird der Online-Geschäftsbericht präsentiert?

Unternehmen mit Online-Bericht bietet sich die Möglichkeit, das Design entsprechend dem der Corporate Site zu gestalten oder mit einer eigenen gestalterischen Note zu erstellen. In diesem Jahr haben nun auch über zwei Drittel der analysierten deutschen Unternehmen den Online-Bericht mit einem eigenen Design umgesetzt und damit im Vergleich zum Vorjahr es den Schweizer Unternehmen gleich getan. 

2018 // Online-Report-Perspektiven

Methode und Sample

Ausgewertet wurden die Berichte der jeweils 50 größten börsennotierten Schweizer und deutschen Unternehmen nach Marktkapitalisierung. Im Detail sind dies in den CH-Indizes SMI und SMIM 47 und in den DE-Indizes DAX und MDAX 50 Geschäftsberichte. Analysiert wurden die Geschäftsberichte von 2017, die mit Zahlen der Vorjahre ab 2014 verglichen wurden.

Gegenstand der Analyse waren neben den Formaten, der Gestaltung und den Inhalten auch Best-Practice-Beispiele. Dabei handelt es sich um subjektive Einschätzungen, die im Vergleich erkennbare Besonderheiten aufzeigen. Angereichert werden die Ergebnisse mit interessanten Zahlen und Fakten aus weiteren Studien.

Formate des Geschäftsberichts

Abb. 1 Wie entwickeln sich die Geschäftsberichtsformate im Jahresvergleich in der Schweiz und in Deutschland?

Das PDF bleibt Standard bei den Formaten – Online-Geschäftsberichte, wie eine Full HTML- oder Hybrid-Version, werden von der Hälfte der Unternehmen angeboten. Im Zeitverlauf betrachtet ist die Entwicklung der Online-Geschäftsberichte stabil, doch werden 2017 mehr Full HTML-Versionen  angeboten (siehe Abbildung). Online-Geschäftsberichte weisen zunehmend eine ähnliche Nutzerfreundlichkeit auf, wie PDF-Berichte. Full HTML-Berichte weisen zusätzliche Navigationshilfen auf und bieten interaktive Funktionalitäten.

Aufbereitung und Gewichtung von Inhalten

Abb 2. Welches sind die Top-5-Themen auf der Startseite von Online-Berichten? Anmerkung: Gezählt wurden diejenigen Themen, die auf der Startseite von Online-Geschäftsberichten (Full HTML oder Hybrid) thematisiert wurden. Als Basis der Prozente dient die Anzahl der Online-Geschäftsberichte (DE: N = 26; CH: N = 28).

Auf der Startseite des Online-Geschäftsberichts präsentieren sich die Unternehmen gerne selbst, ergänzt um wesentliche Kennzahlen und um Aussagen aus der Strategiekommunikation. Dabei korrespondiert die Wahl der Startseitenthemen nicht notwendigerweise mit der Informationstiefe im Bericht.

Einsatz von digitalen Features

Abb. 3 Welche digitalen Features werden im Online-Geschäftsbericht genutzt?

Die Online-Geschäftsberichte sind sie SEO optimiert und weisen Responsivität auf, um leicht gefunden und gut darstellbar zu sein. Nachholbedarf gibt es im Bereich des Datenschutzes.

Design des Geschäftsberichts

Abb 4. In welchem Design wird der Online-Geschäftsbericht präsentiert?

Unternehmen mit Online-Bericht bietet sich die Möglichkeit, das Design entsprechend dem der Corporate Site zu gestalten oder mit einer eigenen gestalterischen Note zu erstellen. In diesem Jahr haben nun auch über zwei Drittel der analysierten deutschen Unternehmen den Online-Bericht mit einem eigenen Design umgesetzt und damit im Vergleich zum Vorjahr es den Schweizer Unternehmen gleich getan.